Richtig oder falsch? Testen Sie Ihr Wissen und lassen Sie sich überraschen!
Kommen Einbrecher immer in der Nacht? Wird nur bei reichen Leuten eingebrochen? Es gibt viele Mythen und Vorurteile über Einbrüche, die wir hier kurz etwas näher beleuchten wollen:
«Einbruchschutz? Brauche ich nicht, meine Fenster sind dicht.»
Solche Aussagen hört man sehr oft. Doch auch heute noch werden Fenster und Türen in Wohnungen und Häusern eingebaut, die zwar gegen Wind und Wetter schützen, aber keinen echten Einbruchschutz bieten. In vielen Fällen genügt dem Einbrecher ein einfaches Hebelwerkzeug (z.B. Schraubenzieher): damit hebelt er in wenigen Sekunden ein ungenügend gesichertes Fenster oder eine Tür auf.
«Bei mir wird schon nicht eingebrochen, denn bei mir ist nichts zu holen.»
Auch wenn «nichts zu holen» ist, kann der Einbrecher das nicht wissen und schaut lieber selber nach. Und meistens gibt es schon irgendetwas in jedem Haushalt: Bargeld, Schmuck, technische Geräte. Mehr erwartet der Einbrecher gar nicht! Das Risiko wird deshalb vielfach unterschätzt. Aus statistischer Sicht ist in der Schweiz alle 15 Minuten mit einem Einbruch oder Einbruchsversuch zu rechnen.
«Ich bin ja gut versichert.»
Selbst wenn das stimmt, gibt es einige Dinge, die sich nicht versichern oder ersetzen lassen: Dazu gehören persönliche Erinnerungsstücke und vor allem Ihr Sicherheitsgefühl! Sie sollten nicht unterschätzen, dass mit einem Einbruch oftmals eine erhebliche psychische Belastung verbunden ist.
«Einbrecher schnappe ich mir selber.»
Vorsicht, das kann böse enden! Stellen Sie sich keinem Einbrecher in den Weg. Er will unerkannt bleiben und meidet jegliche Konfrontation. Seine Reaktion können Sie im Vorfeld nicht abschätzen. Die Polizei rät: Lassen Sie den Täter gehen und meiden Sie die Konfrontation. Rufen Sie unverzüglich die Polizei über den Notruf 117. Merken Sie sich das Signalement und allenfalls das Fluchtfahrzeug mit dem Kontrollschild.
«Einbrecher kommen in der Nacht.»
Solche Fälle gibt es tatsächlich, sie sind jedoch in der Minderzahl. Einbrecher wollen unerkannt bleiben und meiden daher Örtlichkeiten, die belebt sind. Polizeiliche Erfahrungen zeigen, dass die meisten Einbrüche tagsüber stattfinden, wenn die Bewohner/innen ausser Haus sind. In der «dunklen Jahreszeit» (Herbst/Winter) werden auch Dämmerungseinbrüche registriert.
«Wer wirklich will, kommt doch hinein.»
Die polizeiliche Erfahrung zeigt ein anderes Bild: Meist sind Einbrecher «Gelegenheitstäter» und mit einfachem Werkzeug ausgerüstet, die nur dann einen Einbruch «durchziehen», wenn das ohne grösseren Lärm und Zeitaufwand möglich ist. Wird aber durch einbruchhemmende Massnahmen der Widerstand zu gross, brechen sie ab, um nicht entdeckt zu werden.
«Meine Wertsachen sind so gut versteckt, die kann keiner finden.»
Stimmt nicht. Einbrecher haben einen sehr guten «Riecher» und finden jedes Versteck! Blitzschnell wird alles durchwühlt, auch das unterste Wäschefach, und zurück bleibt ein furchtbares Chaos. Dabei ist auch sehr unangenehm, dass Unbekannte in Ihre Intimsphäre eingedrungen sind.
«Ungeprüfte Sicherheitstechnik ist auch nicht schlecht.»
Nicht geprüfte Sicherheitstechnik kann eine gute Qualität aufweisen. Es sind jedoch keine Vorschriften zur Einhaltung der Qualitätseigenschaften vorgegeben. Geprüfte Exponate haben den Vorteil, dass sie nach europäischen Normen getestet wurden und Prüfnachweise vorliegen. Detaillierte Montagevorgaben runden den Qualitätsprozess ab. Darum: Vertrauen in ein Produkt ist o.k., Kontrolle durch ein unabhängiges Prüfinstitut ist besser – insbesondere, weil es um die persönliche Sicherheit geht.
«Standardsicherheit reicht völlig aus.»
Die Polizei und Privatwirtschaft empfehlen, im Privatbereich und KMU-Sektor Bauteile ab einer Widerstandsklasse RC 2 (resistance class) zu verbauen. Bauteile mit dieser Bezeichnung sind auf die Einbruchhemmung speziell geprüft und mit einem Prüfnachweis oder Zertifikat versehen. Standardsicherheit (RC 1) ist für den Einbruchschutz nicht geeignet.
«Mit einer Alarmanlage bin ich geschützt.»
Eine Alarmanlage kann eine sehr gute Ergänzung zu baulich-mechanischen Schutzmassnahmen sein. Aber denken Sie daran: Eine Alarmanlage (EMA) allein kann einen Einbruch nicht verhindern. Sie meldet lediglich eine Zustandsveränderung, weil der Einbruch oder Einbruchsversuch bereits erfolgt ist. Fachpersonen von SWS beraten Sie umfassend über Einsatzmöglichkeiten und Qualität der Einbruchmeldeanlagen (EMA). EMA müssen geprüft und zertifiziert sein. SWS verfügt über Listen der EMA-Errichter.
Quelle:
Sicheres Wohnen Schweiz (SWS)
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