Der Term „Sicherheitsfenster“ ist weit verbreitet, obwohl viele nicht wissen, was sich hinter dem Begriff genau verbirgt. Den meisten ist klar: Ein Sicherheitsfenster ist ein einbruchhemmendes Fenster. Doch wann ist ein Fenster einbruchhemmend? Urs Stalder, Leiter des Einbruchprüfstandes der Berner Fachhochschule (BFH) erklärt: „[…] eine Tür oder ein Fenster muss geprüft sein, damit man die Einbruchhemmung seriös beurteilen kann.“ Für dieses Prüfungsverfahren wurde eine Normierung geschaffen, die sogenannten Resistance Class. In einem dreistufigen Testverfahren werden die Fenster gemäss den RC-Normen getestet und somit die Einbruchhemmung genau bestimmt.
Statische Prüfung
In der ersten Testrunde wird die Stabilität des Fensters gegen Aufdrücken geprüft. Um die Durchbruchhemmung zu testen, wird das Fenster an vordefinierten Punkten Druckbelastungen ausgesetzt. Hält das Fenster dieser Belastung nicht stand, wird das Prüfungsverfahren sofort abgebrochen.
Dynamische Prüfung
Die dynamische Prüfung bildet das Gegenstück zur statischen Prüfung. Hierbei werden die Gläser und Glaselemente auf die Durchwurfhemmung getestet. Ein 50 Kilogramm schwerer Doppelreifen prallt mit festgelegter Kraft auf das Glas. Dieses Verfahren simuliert kräftige Schulterwürfe oder Fusstritte eines Einbrechers.
Manuelle Prüfung
Besteht ein Fenster sowohl die statische, als auch die dynamische Prüfung steht ihm die manuelle Prüfung bevor. Für die manuelle Prüfung steht dem Prüfer ein genormter Werkzeugsatz bestehend aus Hammer, Schraubenzieher, Zange, Keil und weiteren Werkzeugen zur Verfügung. Mit diesem Werkzeug ausgerüstet versucht er innerhalb von 3 Minuten eine durchstiegsfähige Öffnung zu erzielen. Zum Vergleich: Herkömmliche Fenster können innerhalb 30-Sekunden mit einem Schraubenzieher aufgebrochen werden. Gelingt es dem Prüfer eine durchstiegsfähige Öffnung zu erzeugen oder das Fenster gar aufzubrechen, entspricht dieses Fenster nicht den RC-Normen und muss nachgebessert werden.
Fazit
Die meisten Leute gehen davon aus, dass neue Fenster einen einbruchhemmenden Widerstand aufweisen. Leider werden aber heutzutage nur in den seltensten Fällen tatsächlich Sicherheitsfenster eingebaut. Meist handelt es sich um Fenster mit einer Rollzapfenschliessung, welche innerhalb von wenigen Sekunden praktisch geräuschlos aufgebrochen werden können. Um dies zu verhindern, lohnt sich eine nachrüstbare Einbruchsicherung.
Quellen:
Hauseigentümer, Einbrechen mit Geissfuss und Stoppuhr, 15.01.2017
VSSM, Einbruchschutz für Fenster, Türen und Abschlüsse, 01.02.2015
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